Vorgeschichte (Lang, nur lesen, wenn’s sonst nix zu tun gibt)

 

Projekt 42 ??? warum der Name ?

 

Nun, eigentlich wollte ich ja mit 40 mein eigenes Flugzeug haben. Das war immer mein nicht ausgesprochenes Ziel, welches so nur in meinem Hinterkopf drin stand. Wenn man jedoch ungesagte Ziele hat ist alles andere immer wichtiger und besser. Außerdem weiß ja sonst keiner davon…. und SCHWUPPS bin ich dieses Jahr (2004) 40 geworden und nix war's mit dem Ziel.

Also musste ein neues Ziel her, nicht zu weit weg aber noch machbar. Wer schon mal Douglas Adams' "Per Anhalter durch die Galaxis" gelesen hat, der weiß, dass 42 die Antwort auf die Frage aller Fragen ist.

Also neues Ziel: Eigene Maschine mit 42!! Realistisch betrachtet und bei einem 3Frauenundeinhundhaushalt definiere ich besser: "innerhalb meines 42sten Lebensjahres" b_grind.gif

SO!! jetzt ist die Aufgabe definiert und kommuniziert, d.h. es gibt Leute die mich danach fragen werden und das Ding somit am laufen halten. Kann also losgehen!!

 

 


 

….it has the words
Don't Panic 
inscribed in large friendly letters on its cover.
 (D. Adams: The Hitch Hikers Guide Through The Galaxy)

 


Update Januar 2006: wenn ich in dem Tempo weiterarbeite muss ich bald meinen Projektnamen ändern...oder das Ding fliegt womöglich mit dem unwahrscheinlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive weil die Fertigstellung so unwahrscheinlich unwahrscheinlich wird 055.gif

 

Update April 2007: OK, das Ganze wird realistisch betrachtet  als "Projekt 52" enden...aber erstens kommt es immer anders als man 2. denkt...oder so. Konnte ja keiner ahnen, das genau 2 Monate nach Projektstart ein neues berufliches Projekt auf mich zukam...das hiess die zeitlichen Ressourcen waren dahin. Mittlerweile ist der Weg das Ziel, ich baue als Erholung, weil mir das Bauen Spass macht und ich fliege wann immer möglich dann halt charter.

 

Die Auswahl der Maschine: Zenith Zodiac CH601 HDS

 

Ich trage mich ja schon ziemlich lange mit dem Gedanken ein Flugzeug selbst zu Bauen. Das geht bestimmt schon seit zehn Jahren so. Nachdem ich 1996 und 1997 beim Sun’N Fun Fliegertreffen in Lakeland/Florida als „Volunteer„ in der Holzflugzeug-Werkstatt mitgearbeitet hatte war irgendwann klar; Ich baue mir ein Holzflugzeug!

Die Wahl fiel auf die CJ-1 Corby Starlet, einen einsitzigen, einfach kunstflugtauglichen Tiefdecker, recht populär in Australien und Südafrika. „Natürlich“ nur nach Plänen gebaut, weil erstens gab’s kein Kit und zweitens hatte ich mehr Zeit als Geld.

Enthusiastisch wurden die Pläne besorgt und diverse Werkzeuge angeschafft, Holz gekauft, kleingesägt, Schablonen gebaut, Flügelrippen gebaut usw, usw.

 

 

Im Laufe der Jahre stellten sich jedoch einige Dinge Heraus:

 

·        Die Beschaffung von geeignetem Holz (Sitka Spruce) ist hier in Europa seeehr umständlich und teuer. Ich bin daher auf eine andere Holzsorte ausgewichen (Hemlock, wird hierzulande vom Fensterbauer benutzt).

·        Der Einkauf geeigneter Hölzer setzt beste Fachkenntnisse voraus, es gibt kaum Qualitätsstandards.

·        Ein Holzflugzeug nach Plänen zu bauen erfordert eine gut ausgestattete und vor allem gleichmäßig temperierte Werkstatt

·        Bei einem Bau nach Plänen ohne Materialkit geht mehr Zeit für die Materialbeschaffung drauf als für alles andere.

·        Ein Flugzeug, welches als erstes seines Typs in D zugelassen werden soll ist zwar schmeichelhaft aber mangels Erfahrungen hierzulande ist alles mit mehr Aufwand verbunden und sehr Mühevoll. (Bautechniken,Berechnungen, Zulassung, usw.)

·        In Australien ist das Abnehmen oder Abklappen der Flügel für Motorflugzeuge vom Gesetzgeber nicht vorgesehen, die CJ1 hat also keine abnehmbaren Flächen.

·        d.h. in unseren Breiten ist auf jeden Fall ein Hangarplatz nötig, Anhänger ist nicht!

·        Wenn man das Ding nicht offiziell bei OUV und LBA anmeldet und "..nur mal so zum Testen.." anfängt zu Bauen wird's nix!

 

Nachdem die ganze Sache mehrere Jahre ohne große Fortschritte vor sich hingedümpelt hat, habe ich beschlossen einen Schnitt zu machen und die Sache richtig oder gar nicht anzugehen.

 

Aus o.g. Gründen kam die Weiterführung des CJ-1 Projekts nicht in Frage. Es musste ein einfach zu bauendes Kitplane sein, dessen Komponenten alle zur Verfügung stehen.

 

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dann für die Zodiac CH601 HDS entschieden.

 

Die Gründe dafür waren:

 

·        Chris Heintz ist ein renommierter Flugzeugdesigner, seine Entwürfe fliegen seit Jahrzehnten in aller Welt

·        Die CH601 ist ein Kitplane, designed speziell für unerfahrene Ersterbauer. Der Bau soll sich ja auch nicht zur unendlichen Geschichte entwickeln sondern erreichbare Fertigungszeiten bieten.

·        Der Typ wird hierzulande oft gebaut, es gibt Erfahrungsaustausch mit anderen Selbstbauern und die Behörden und Gutachter kennen das Flugzeug

·        Die Metallbauweise garantiert Wetterfestigkeit, Wartungsfreundlichkeit und Robustheit. Man kann die Kiste auch mal draussen stehen lassen.

·        Wartungsfreundlichkeit und Robustheit, eine Welle im Blech erkennt jeder Depp beim Vorflugcheck. Selbst Risse sind einigermaßen einfach detektierbar. Bei Holz oder Glasfaserbauweise ist das schon etwas komplizierter.

·        Die verwendeten, luftfahrtkonformen Blindnieten sind im Einmannbetrieb leicht zu setzen und der Bau ist relativ Geräuscharm im Vergleich zu geschlagenen Nieten.

·        Ich stehe nicht unter Onassisverdacht, Lancair, RV und co. kann ich mir nicht leisten

·        Es sollte eine Langstreckentaugliche Maschine sein und dennoch leicht zu fliegen für „Lowtimer“ wie mich.

·        Es sollte ein Experimental sein um die Pilotenlizenz zu erhalten. (viele Zodiacmodelle sind hier als UL erhältlich)

·        Bei aller Vernunft…ich wollte nicht von einer 152 aus der Platzrunde geschubst werdensmily012.gif deshalb die HDS Option mit anderer Flächenform und nominal 115Kts Reisegeschwindigkeit (schau`n `mer mal)

·        Die XL ist zwar das modernere Design, hat aber ein geringeres Lastvielfaches und Klappen (erhöht die Komplexität). Die nominelle Stallspeed und Landegeschwindigkeiten der HDS sind aber fast identisch mit denen einer PA28 (mit 40° Klappen)…also beherrschbar auch ohne Klappen.

Ausserdem hat die HDS im Gegensatz zur XL einen 3-teiligen Flügelaufbau, d.h. die Einzelteile sind kleiner. Das ist ein wichtiger Punkt wenn man alleine arbeitet.

·      Jaja, ein Dreibeinfahrwerk ist besser und einfacher zu fliegen aber das Auge fliegt schliesslich mit. Spornrad sieht einfach besser aus. Soviel Macho muss sein

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