Yak'n Roll ...ain't noise pollutionylsuper.gif

 

In letzter Zeit hatte ich fliegerisch eine ziemliche Durststrecke. Alles andere war wie immer viiiel wichtiger. Und weil man sich ja sonst nix gönnt, gebe ich endlich dem inneren Druck nach fahre zum Flugplatz . Weil ich  mich sowieso nach einer neuen Chartermöglichkeit umschauen wollte, begebe ich mich zu Donau Airservice. Da gibt es dann zum Aufwärmen erst einmal ein paar Platzrunden in der voll IFR tauglichen C172 mit H. Mogg Sen. Nach einigem "Airwork" mit Stall, Steilkurven und was sonst noch so dazugehört stellen wir beide erleichtert fest, dass ich es "noch kann" . Nachdem wir wieder am Boden sind und den Papierkram erledigt haben könnte ich es ja gut sein lassen und mich freuen endlich wieder geflogen zu sein.....wenn da nicht....

 

......weiter hinten in der Dunkelheit des Hangars.....

...das eigentliche Objekt meiner Begierde schimmern würde....Tiefdecker,Sternmotor, Tandemkonfiguration....und wenn meine Geldbörse reden könnte würde sie von "Sünde!" brabbeln.

Eine Yak 52 in den Blaugelben Hausfarben von Donau Air...ein klein wenig Warbirdfeeling, mein höchstselbsteigenes Geburtstagsgeschenk an mich. Herr Mogg warnt: "das dauert aber ein Weilchen bis die läuft...."

Mir doch wurscht!!    ICH !!     Fliegen!!          JETZT!!!

Wir ziehen die Kiste also aus ihrem Versteck und fangen mit dem Preflight an. Dabei erhasche ich schon mal einen Vorgeschmack russischer Technologie.... Zum Treibstoff ablassen muss eine Abdeckung entfernt werden. Darunter kommt eine massive Armatur zum Vorschein, die ich so höchstens auf einem U-Boot vermutet hätte. Dementsprechend kräftig will der Hahn auch bedient werden. Deshalb haben die sich also  extra einen PKW-Sitz auf einer Art Rollbrett installiert, damit man die Unterseite des Fliegers erreichen kann, ohne sich das Kreuz zu verbiegen. hut032.gif

Nach ereignislosem Walkaround ist erst einmal Pumpen angesagt. Das angesammelte Öl muss aus den unteren Zylindern raus, dazu wird der  Propeller in Handarbeit durchgewuchtet. Nach mindestens 10 Umdrehungen haben die beiden riesigen Auspuffrohre so viel zähflüssiges Altöl ausgespuckt wie manches Auto beim Ölwechsel.

nach weiteren 10 Durchläufen betätigt Herr Mogg den Pressluftanlasser und verschwindet kurz in einer Ölrauchwolke. Der Sound ist wirklich gigantisch! nach dem Runup steige ich ins hintere Cockpit.

Normalerweise verströmen Warbird Cockpits eine ehrfurchtgebietende Aura aus tödlicher Waffe, hochkompliziertem Uhrenladen und drangvoller Enge. Dies hier ist natürlich "nur" ein Trainer, aber dieser Pilotenarbeitsplatz hat eher den Charme eines Baggerführerstandes. Zumindest ist alles seeehhr solide verbaut hier. Der Sitz ist super, gefedert wie im LKW, die Pedale (mit Lederriemen!) sind ca 60cm auseinander und haben einen extrem langen Hub. Es zischt beim Treten, vermutlich eine Art Servolenkung. Die Instrumente und Schalter sind natürlich alle in kyrillisch beschriftet und ich habe keinen Blassen wo was ist.

Mittlerweile ist auch Alexander, mein Pilot eingetroffen. Mit russischem Akzent erklärt er mir das Nötigste und so wie es aussieht werden wir nicht nur kaffee-fliegen sondern er wird mir einen Kunstflug Schnupperkurs verpassen. Auch recht, wollte ich schon immer malbiggrin_1.gif

Alexander schnallt sich an und startet den Boliden. VVRRRUUMMMM!!!! Das könnte ich stundenlang haben brille003.gif  Wir tuckern zum Rollhalt und nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Intercom ("...Hier Mengen Info für die RA 1234, ...Leute, ...der OBERE Knopf ist das Funkgerät, der UNTERE ist für das Intercom!....") habe ich es dann auch kapiert whistling.gifund wir donnern die "08" entlang. Wir fliegen, das Fahrwerk fährt zischend ein und Alexander zieht die Yak in einer steilen Kurve in den Himmel.

Jawohl, meine Herrn!! DAS ist Warbird feeling!!!!!!! Es geht wie im Fahrstuhl nach oben. Um auf unsere "Arbeitshöhe" von 1000 m/GND zu kommen brauchen wir nur wenige Augenblicke. Alexander erklärt mir kurz auf was ich achten muss. So zum Beispiel die Geschwindigkeit des besten Steigens ("CHUNDERTSEECHDSIGG" sagt er, "FSCHSCHTTCHSIGG" verstehe ich über das sehr, ähem ,"militärische" Interkom und interpretiere es als hundertzwanzig. In Knoten wäre das ja auch plausibel. Er meint aber Km/h. Ich hingegen kann kein Kyrillisch und habe meine liebe Not, den Fahrtmesser überhaupt zu finden, geschweige denn zu lesen, ob das Ding Knoten oder Kilometer anzeigt.019.gif

Egal, Alexander fliegt mir erstmal  ein  bisschen was vor. Looping (3,5g...ächz!!), Rolle, Abschwung, usw. Ich bin begeistert, das macht einen Riesenspass. "CHETZT DU!!" kommt es aus meinem Headset. Also , ich übernehme und steige erstmal mit 120.

"FSCHSCHTTCHSIGG!!"

...mach ich doch!!...

 "FSCHSCHTTCHSIGG!!!!!"

Was will er denn???

...er nimmt etwas leistung zurück und übernimmt "CHUUUNDEEERTSEECHTSIIIGG!!!!"

Ahh!.. Oh!.. "OK!!"whistling.gif

Ich also wieder am Knüppel, diesmal hundertsechzig und nach erreichen der Zielhöhe gehts in den Powerdive für den erstem Loop in meinem Fliegerleben. Gestählt durch Stunden am Simulator ziehe ich recht zügig nach hinten. "Hupsie!! ...das geht aber leicht..." Zum Dank legt mir die Yak einen acceleratet Stall mit einer 360° Rolle hin...im Aufwärtsteil des Loops (erschreckt015.gif) Knüppel etwas nachlassen, und die Restfahrt, gepaart mit schierer Motorkraft reichen dick aus um die Figur fertig auszueiern...

Alexander lacht sich eins im Vorderen Sitz und mein Respekt für die Konstrukteure dieser höchst bemerkenswerten Flugmaschine wächst. Der nächste Loop wird besser und auch eine gesteuerte Rolle klappt nach dem 2. Versuch halbwegs. Seltsamerweise bekomme ich keine Fassrolle hin, dabei soll diese ja viel leichter zu fliegen sein als die gesteuerte Rolle.

Am beeindruckensten aber ist für mich die stoische Ruhe des Antriebs.  Einen M14P Sternmotor mit Verstellpropeller interessiert nicht im geringsten, was das bisschen Flugzeug hinter ihm macht. Der tuckert seine einmal eingestellte Drehzahl vor sich hin. Völlig egal ob im Sturzflug oder kurz vor dem Power-On-Stall.

Wir turnen noch etwas herum aber dann zeigt sich, dass den Passagier schon interressiert, was der M14P vorne macht....Abgas!! durch die unterschiedlichen Anströmwinkel bei der Turnerei gerät jede Menge davon ins Cockpit. Es riecht in etwa ,wie wenn man sich zu einem laufenden Trabbi in die geschlossene Garage stellt. 028.gif

Einem echten Russischen "Poliot "macht das natürlich nix aber dieser Gestank, gepaart mit den ungewohnten G-Kräften zerren doch schon mehr an meinen Magennerven als mir lieb ist...langsam werde ich grün im Gesicht.....und das MIR!!!12.gif

bevor noch größerer Schaden entstehen kann026.gif... steigen wir also nach nur 26 min Spass mit einem eleganten Abschwung wieder hinab in die Platzrunde, das Fahrwerk und die Klappen zischen raus (Pressluft) und kurz darauf schweben wir auch schon über der Piste aus. Alexander zirkelt den Ost-Boliden zurück zum Hangar und das war's dann auch schon. Nach einem kurzen Debriefing mit Manöverkritik von Alexander steigen wir aus und ich freue mich schon auf das nächste mal....und als ich im Auto nach Hause sitze kommt dann auch langsam die Farbe wieder ins Gesicht...hihi_1.gif

 

Fazit:

            eine Mordsgaudi,

                                    viel gelernt,

                                                            Yak'n Roll ain't noise pollution.....aber stinken tuts gewaltig...!

 

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 .....ich hab noch ein paar avi Filmchen. Wenn ich es schaffe diese auf  erträgliche Größe zukonvertieren stelle ich sie noch hier rein....