Experimentals bauen, das heisst natürlich nicht, daß man jetzt im Hinterhof
irgend eine Möhre zusammenschwartet und damit auf der nächsten Wiese herumholpert.
Hierzulande ist das alles genau reglementiert.Weil aber die meisten
Selbstbau Webseiten entweder amerikanischen Ursprungs sind oder dieses
Thema zugunsten praktischer Baufortschritte vernachlässigen, versuche ich mich
mal damit. Natürlich wie immer, ohne Gewehr![]()
OUV: zunächst mal sollte (muss) der designierte Flugzeugbauer Mitglied in der Oskar Ursnus Vereinigung werden, diese ist nämlich vom LBA damit beauftragt Eigenbauten zu betreuen. So ähnlich wie der TÜV bei Autos. Die OUV ist sozusagen die Deutsche Version der amerikanischen EAA (Experimental Aircraft Association). Leider geniesst sie nicht den exzellenten Ruf derselben. Eigentlich völlig zu unrecht, Der Verein hat sich ganz schön gemausert, die Projektabwicklung funktioniert, man bekommt prompte und kompetente Auskünfte und hat mit Profis zu tun. Die OUV hat allerdings ein Nachwuchsproblem, einige der Gutachter sind schon recht betagt. Aber Ehrenämter und Verantwortung übernehmen ist in unserer Gesellschaft leider aus der Mode. Ich bin übrigens schon mehr als 8 Jahre Mitglied und kann nur Gutes.berichten.
Als zweites meldet man sein Bauvorhaben also der OUV, die schicken einem dann einen Fragebogen mit details zu Maschine und Erbauer.
Daraufhin wird einem ein Gutachter von der OUV zugeteilt. dieser erstellt mit Hilfe aller Pläne und Informationen über den Erbauer ein sog. "Erstes Gutachten"
Dabei wird das Bauvorhaben geprüft und die Festigkeiten gerechnet, sowie die
Werkstatt und die "Eignung" des Erbauers beurteilt. Wohl so eine
art Schutzgebühr, damit nicht jeder Spinner sein sauer Erspartes in ein Projekt
investiert, das dann auf dem Dachboden verrottet....Dabei Fällt mir ein, Mein
Gutachter war ja noch gar nicht bei mir...SCHLUCK!! ![]()
Prüfer: Der o.g. Gutachter macht die Berechnungen usw. aber er begleitet nicht den Baufortschritt.
Das muss ein Prüfer Klasse III für Luftfahrtgerät übernehmen. Diese Leute sind nicht von der OUV, sondern meist bei LTB's beschäftigte oder freie Prüfer. Die OUV nennt zwar Namen und Tel.Nr. aber man muss sich selbst um seinen Prüfer kümmern. Pech, wenn der nächste verfügbare dann 200km entfernt wohnt, so wie in meinem Fall. Ich muss dann halt ein paar Sachen zusammenkommen lassen, damit sich die Fahrtkosten rentieren
Soweit der Status Quo in meinem Fall. Wie's weitergeht erfahrt Ihr auf der OUV Seite, da gibt es ein schickes Diagramm über den Zulassungsverlauf.
Update Dezember 2004:
Der Gutachter war da! Es ging alles ziemlich problemlos über die Bühne. Prinzipiell
muss er sich davon überzeugen, dass das Flugzeug tatsächlich selbst gebaut und
nicht fertig vom Hersteller geliefert wird . War ja bei den paar Blechlein,
die in meiner Werkstatt herumliegen nicht weiter schwierig! Es werden Unterlagen
über das Projekt ausgetauscht, die für das Gutachten hilfreich sind und die
allgemeine Situation bei Projekt und Erbauer begutachtet.
In meinem Fall
war schon reichlich Erfahrung und Dokumentation über den Flugzeugtyp seitens
des Gutachters vorhanden und er konnte mir bereits einige wichtige Detailänderungen
an anderen Maschinen gleichen Typs nennen, die ich dann in der Bauphase berücksichtigen
muss.
Keine zwei Wochen nach dem Lokaltermin lag das Gutachten bereits auf
dem Tisch. Billig ist sowas natürlich nicht aber auch kein Projektkiller. Man
muss je nach Entfernung und Fahrtkosten mit Gesamtkosten von 400-600€ Rechnen.
Ich schätze mal das wird sich auch nach Flugzeugtyp und Berechnungsaufwand richten.
Happiger ist da schon die Rechnung vom LBA, fast 200 Mücken für die Prüfung des Gutachtens, Respekt!
Ach ja, die Rechnung für die Projektbetreuung von der OUV kam zwischenzeitlich auch...250€...
Bislang also ca.1000 .- gelatzt.
Das wird nochmal ein bisschen mehr, wenn ich dann mein Kennzeichen beantrage, aber dazu komme ich später.